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Warum ich eine Bulldogge habe und ein paar Gedanken zum Thema Qualzucht

Wie ihr wisst, ist mein eigener Hund Ozzy eine englische Bulldogge. Er ist mittlerweile fast 7 Jahre alt und ich lieb ihn natürlich über alles.

Aber wie kam es dazu, dass ich mir eine englische Bulldogge von einer Züchterin geholt habe?

 

Ich fange mal von vorne an. Mein damaliger Freund und ich befanden uns mitten in unserem Studium. Wir haben beide bereits seit unserer Kindheit von einem eigenen Hund geträumt. Jetzt sollte es endlich so weit sein. Wir entschieden uns, Hundebesitzer zu werden.

Doch welcher Hund kommt in Frage? Wir waren definitiv keine unüberlegten Hundekäufer. Wir haben unzählige Bücher und Informationen im Internet aufgesaugt, über Vermehrer, billigen Hundehandel, unseriöse Züchter und was es sonst noch so alles zu wissen gibt.

Wir wollten einen eher ruhigen, freundlichen und umgänglichen Hund. Noch dazu wollten wir etwas Besonderes, ja einen Hund, den nicht unbedingt jeder hat. Auf der Suche nach Rassen mit diesen Eigenschaften sind wir auf die englische Bulldogge gestoßen. Uns waren die gesundheitlichen Probleme der Rasse schon bekannt und machten uns daher auf die Suche nach einer guten und verantwortungsbewussten Zucht in Österreich.

Wir haben die ersten englischen Bulldoggen kennen und sofort lieben gelernt. Sie haben einfach ein zauberhaftes, liebes und lustiges Wesen!

Und so zog die erste englische Bulldogge Molly bei uns ein. Eine super liebe, aber auch sehr sensible und ängstliche Hündin, die seit der Trennung leider nicht mehr bei mir, sondern bei meinem Ex-Freund lebt.

Nach ein paar Jahren erfuhr ich von einer Züchterin in Dänemark, die die englische Bulldogge wieder zurück zu ihrer ursprünglichen Form züchten möchte.

Hier ist wichtig zu erwähnen, dass die ursprüngliche Version der englischen Bulldogge rund um das 16. Jahrhunder von der Statur her eher einem heutigen  Pitbull oder American Stafford Shire Terrier geähnelt hat. Sie hatte damals lange Beine, eine weitaus längere Schnauze und eine ganz normale Rute.

Ich wollte also mehr über diese dänische Züchterin erfahren und war begeistert. Sie kreuzte immer nur die gesündesten Hunde und so wurden die Nasen und die Beine, ja und auch die Ruten von Generation zu Generation länger und die Hunde immer fitter, sportlicher, freiatmender und vitaler.

Und so kam Ozzy zu mir. Ich bin damals, also vor fast 7 Jahren mit ihm von Kopenhagen nach Wien geflogen. Und seitdem bereichert er täglich mein Leben. Er ist ein wunderbarer Hund. Sensibel, lustig, aufmerksam, intelligent, etwas eigensinnig und so unglaublich lieb zu allem und jedem. Er ist für eine englische Bulldogge überdurchschnittlich sportlich, läuft mit mir auch problemlos 2-3 Stunden auf den Berg, wenn es nicht zu heiß ist.

Das Traurig daran ist die Aussage „für eine Bulldogge ist er überdurchschnittlich sportlich“ und „…wenn es nicht zu heiß ist“.

Das heißt, es könnte ihm besser gehen!

Wie wäre ein Leben mit Ozzy, wenn er freier atmen könnte, schneller und weiter laufen könnte, besser mit anderen Hunden kommunizieren könnte durch eine normale Schnauze und Rute?

Und das macht mich nachdenklich und auch wirklich traurig…

Letztendlich ist es so, dass man sich seinem Hund und dessen Beweglichkeit/Vitalität anpasst. Ich versuche mit Ozzy im Sommer viel Zeit am Wasser oder im Schatten zu verbringen. Im Winter sind dafür auch richtig lange Strecken kein Problem für ihn.

Als ich mir damals Ozzy holte, war meine Sichtweise die, dass die englische Bulldogge so einen wunderbaren Charakter hat, der nicht verloren gehen darf und es somit wichtig ist, die Rückzüchtung dieser Rasse zu einer gesunden Form zu fördern und zu unterstützen.

 

Diversität der Rassen

Die Diversität der unterschiedlichen Hunderassen ist ja an sich etwas Tolles, wenn da nicht die Überzüchtungen wären.

Und Qualzuchten enden ja leider nicht bei englischen Bulldoggen, Möpsen und Frenchies. Es sind viele weitere Rassen betroffen, die zum Zweck des Menschen unter erblichen Erkrankungen und Beeinträchtigungen leiden müssen.

Hier ein paar Beispiele:

Der Dackel, der im schlimmsten Fall unter Dackellähmung leidet und aufgrund des Missverhältnisses zwischen der Länge von Beinen und Wirbelsäule sehr anfällig für Bandscheibenvorfälle ist.

Der Schäferhund, der unter einer erblich bedingten Fehlbildung des Hüftgelenks leidet.

Der Rhodesian Ridgeback, der aufgrund des entgegengesetzt wachsenden Haarkamms am Rücken oft an einer erblich bedingten Krankheit der Dermoidzysten bzw. des Dermoid Sinus erkrankt, wobei es sich um eine Zyste handelt, die entlang der Wirbelsäule entstehen kann und operativ entfernt werden muss.

Der Chihuahua, der an einem instabilen Skelett und einer extrem dünnen Schädeldecke leidet, wodurch es sehr leicht zu Knochenbrüchen kommen kann.

Der Australien Shepherd in der Farbe „blue Merle“ ist hübsch anzusehen mit seinen blauen Augen und dem gescheckten Fell. Die Fellzeichnung beruht jedoch auf einem Gendefekt, der eine große Bandbreite an Krankheiten mit sich bringen kann, u.a. Blindheit, Taubheit, Herzfehler.

Der Dalmatiner, der häufig aufgrund seiner Extrem-Scheckung taub ist.

Was ist die Lösung für das Problem mit Qualzuchten?

Ist es die Lösung, die Zucht dieser Hunderassen komplett einzustellen, ja diese Rassen „quasi“ aussterben zu lassen?  Oder ist es sinnvoller, die Rassen schnellstmöglich zurück in eine gesunde und natürlichere Form zu züchten, um sie zu retten?

Ehrlich gesagt, ich weiß es leider nicht…

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